zwischen den Jahren. Ich mag diese Zeit, sie entspricht meinem melancholischen Wesen. Es stört nur etwas, dass mir gar keine guten Vorsätze für 2011 einfallen. Bin ich etwa zufrieden mit mir? Nein soweit ist es wohl noch nicht gekommen!
Ich freue mich schon so sehr darauf, Ende Januar nach Berlin zu reisen. Nach so langer Zeit. Ich träume von der Stadt, wie sie mich verschluckt und ich durch ihre Innereien wandere. Es war eine gute Entscheidung, Weihnachten in Mostar zu verbringen und erst später einen Heimatbesuch zu starten. So gibt es schon etwas, worauf ich mich im neuen Jahr freuen kann - und von den ganzen negativen Seiten des Fests habe ich kaum etwas mitgekriegt, keine schneebehinderte Anreise, kein Familienkoller, kein übertriebener Geschenkeaufwand.
Du hast schon recht, dass Weihnachten hier ziemlich seltsam ist, die muslimische Seite der Stadt läuft einfach normal weiter (sehr befremdlich!) und auch auf der katholischen Seite ist der Weihnachtstrubel in keinster Weise mit dem zu vergleichen, was man aus Deutschland kennt. Gerade daher habe ich aber meine Prägung durch/Gewöhnung an dieses Fest gemerkt und es für mich allein zelebriert. U.a. mit einer Menge an Weihnachtsfilmen und Weihnachtsliedern, meistens aus dem anglo-amerikanischen Raum - ich hatte die amerikanischsten Weihnachten meines Lebens in Mostar und zumindest mit den Liedern fällt es mir nun regelrecht schwer, wieder aufzuhören. "Its beginning to look a lot like christ-mas!..."
Ich wünsche dir und allen unseren Leserinnen und Lesern eine schöne Silvesterfeier und einen guten Rutsch. Auf ein baldiges Wiedersehen im Jahr 2011!
Sibylla
Dienstag, 28. Dezember 2010
Mittwoch, 15. Dezember 2010
Das Haus
Ich ging um das Haus zu sehen
Im Krieg verwenden Dichter oft das Motiv des Hauses schrieb eine Kritikerin
Im Krieg war ich keine Dichterin sondern ein Kind
das sein Haus verlor
mir war überhaupt nicht traurig zumute
zuerst freute mich die Veränderung
eine andere Stadt andere Menschen
die Verzweiflung der Eltern wunderte mich
es gebe auch Häuser außer diesem Haus glaubte ich
Ich redete Unsinn
Erinnerungen werden von Häusern gehalten wie eine Kirsche von ihrem Stiel
sie werden reif und man spuckt ihren harten Kern aus und isst das Schmackhafte
Häuser sind nur trübe Moraste dunkle Flure Geister in der Flasche
der wahre Ort der Seele ist die Kreuzung an der immerzu der Wind neuer Anfänge bläst
Mit den Jahren dachte ich immer mehr an das Haus
Es erschien mir im Traum
seine Flure seine Türen seine Fenster
Es dauerte lange bis ich begriff dass ich wegen des Hauses unglücklich bin
und dass ich nicht weiterleben kann ohne hinzugehen und mich neben ihm auszuweinen
Das Haus ist groß und weiß die Sonne dringt ins Glas die Hitze brennt
ich stehe vor dem Haus und weine
Das ist ihr Haus sagt mein Mann zu unbekannten Leuten
sie wundern sich und zucken mit den Schultern
Hier hat sie mal gelebt sie will es nur sehen alles in Ordnung sie will nur das Haus sehen
Ich betrachte das Haus
Ein blonder Junge rennt an mir vorbei es ist mein Bruder
es ist nicht mein Bruder mein Bruder ist jetzt ein Mann und lebt in einer anderen Stadt
Das Haus ist ein Labyrinth ich darf es nicht betreten das leere Innere könnte mich verschlingen
ich betrachte es nur von außen es umarmt mich und stößt mich weg
das ist mein Haus
Wie alle Erinnerungen in ein paar Minuten Platz haben
das Überspringen des Zauns
der Gully neben der Wand die Garage der Brunnen
der Pflaumenbaum ist kleiner geworden sage ich unter Tränen
alles ist kleiner geworden
ich bin ohne das Haus mit den weißen Wänden aufgewachsen
Nie mehr möchte ich ein Haus haben
wir kaufen eine Wohnung
von Tanja Stupar-Trifunović
Deutsch von Alida Bremer
Tanja Stupar-Trifunović *1977 in Zadar (Kroatien), lebt und arbeitet als Journalistin und Dichterin in Banja Luka (Bosnien und Herzegowina), sie veröffentlichte seit 1999 mehrere preisgekrönte Gedichtbände. Durch Übersetzungen ihrer Gedichte u.a. ins Englische, Deutsche und Polnische ist sie auch international präsent, 2010 trat sie auf dem internationalen literaturfestival berlin auf.
Im Krieg verwenden Dichter oft das Motiv des Hauses schrieb eine Kritikerin
Im Krieg war ich keine Dichterin sondern ein Kind
das sein Haus verlor
mir war überhaupt nicht traurig zumute
zuerst freute mich die Veränderung
eine andere Stadt andere Menschen
die Verzweiflung der Eltern wunderte mich
es gebe auch Häuser außer diesem Haus glaubte ich
Ich redete Unsinn
Erinnerungen werden von Häusern gehalten wie eine Kirsche von ihrem Stiel
sie werden reif und man spuckt ihren harten Kern aus und isst das Schmackhafte
Häuser sind nur trübe Moraste dunkle Flure Geister in der Flasche
der wahre Ort der Seele ist die Kreuzung an der immerzu der Wind neuer Anfänge bläst
Mit den Jahren dachte ich immer mehr an das Haus
Es erschien mir im Traum
seine Flure seine Türen seine Fenster
Es dauerte lange bis ich begriff dass ich wegen des Hauses unglücklich bin
und dass ich nicht weiterleben kann ohne hinzugehen und mich neben ihm auszuweinen
Das Haus ist groß und weiß die Sonne dringt ins Glas die Hitze brennt
ich stehe vor dem Haus und weine
Das ist ihr Haus sagt mein Mann zu unbekannten Leuten
sie wundern sich und zucken mit den Schultern
Hier hat sie mal gelebt sie will es nur sehen alles in Ordnung sie will nur das Haus sehen
Ich betrachte das Haus
Ein blonder Junge rennt an mir vorbei es ist mein Bruder
es ist nicht mein Bruder mein Bruder ist jetzt ein Mann und lebt in einer anderen Stadt
Das Haus ist ein Labyrinth ich darf es nicht betreten das leere Innere könnte mich verschlingen
ich betrachte es nur von außen es umarmt mich und stößt mich weg
das ist mein Haus
Wie alle Erinnerungen in ein paar Minuten Platz haben
das Überspringen des Zauns
der Gully neben der Wand die Garage der Brunnen
der Pflaumenbaum ist kleiner geworden sage ich unter Tränen
alles ist kleiner geworden
ich bin ohne das Haus mit den weißen Wänden aufgewachsen
Nie mehr möchte ich ein Haus haben
wir kaufen eine Wohnung
von Tanja Stupar-Trifunović
Deutsch von Alida Bremer
Tanja Stupar-Trifunović *1977 in Zadar (Kroatien), lebt und arbeitet als Journalistin und Dichterin in Banja Luka (Bosnien und Herzegowina), sie veröffentlichte seit 1999 mehrere preisgekrönte Gedichtbände. Durch Übersetzungen ihrer Gedichte u.a. ins Englische, Deutsche und Polnische ist sie auch international präsent, 2010 trat sie auf dem internationalen literaturfestival berlin auf.
Mittwoch, 8. Dezember 2010
Liebe Sibylla,
bei mir gehts mit dem Neid auf Leute wie Helene Hegemann. Natürlich ist dieses Erfolgreiche-Künstler- und Intellektuellenumfeld hilfreich, aber ich stelle es mir auch anstrengend vor. Und jetzt hat sie noch so viele Jahre vor sich, die sie hohem Erwartungsdruck standhalten muss. Außerdem habe ich Respekt davor, dass sie so jung schon so konzentriert und fleißig arbeitet. Wenn, dann beneide ich diese Zielstrebigkeit und diesen Eifer. Neid und Leid tun ganz nah.
Als wir mit dem Blog angefangen haben, waren wir ja noch überrascht, dass es nicht so viele Literaturblogs gibt oder sie so schwer zu finden sind. Ich denke immer noch, dass es sich um eine überschaubare Menge handelt und vor allem, dass diese miteinander recht gut vernetzt sind. Aber es scheint ein offenes Netzwerk zu sein. Offener als der Literaturbetrieb draußen. Über manche Neuentdeckungen während der letzten Tage, wie Fixpoetry und Forum der 13, freue ich mich. Hilfreich ist auch die Autorinnenvereingung mit ihrem Amelia Blog, die jetzt auch den Goldstaub-Wettbewerb veranstaltet. Unsere Liste ist natürlich noch am Anfang, aber ich finde gut, wenn sie langsam mit unserem Blog wächst.
Der ganze Brief schlägt eine ganz schön streberhafte Richtung ein, aber was ich noch erzählen wollte – meine Arbeit als Texterin ist auch fürs Schreiben hilfreich. Man lernt, nicht zu schnell zufrieden zu sein, Sachen immer wieder zu überarbeiten und tragfähige Ideen zu entwickeln. Auch Sachen wegzuwerfen und was für große Unterschiede, zum Beispiel bei dreiteiligen Namen, jedes Wort macht. Nicht zuletzt wird der Einfallsreichtum angekurbelt. Durch den Anfahrtsweg habe ich auch wieder Zeit zum Lesen, in der U-Bahn. Achja, aber natürlich hat die Arbeit nicht nur Vorteile und anderes leidet.
Viele Grüße aus dem vorweihnachtlichen Berlin,
deine Eva
P.S. Das ist in Mostar bestimmt komisch, eine Seite ganz geschmückt und die andere gar nicht oder habe ich da falsche Vorstellungen? Du würdest ja auf die geschmückte gucken...
Als wir mit dem Blog angefangen haben, waren wir ja noch überrascht, dass es nicht so viele Literaturblogs gibt oder sie so schwer zu finden sind. Ich denke immer noch, dass es sich um eine überschaubare Menge handelt und vor allem, dass diese miteinander recht gut vernetzt sind. Aber es scheint ein offenes Netzwerk zu sein. Offener als der Literaturbetrieb draußen. Über manche Neuentdeckungen während der letzten Tage, wie Fixpoetry und Forum der 13, freue ich mich. Hilfreich ist auch die Autorinnenvereingung mit ihrem Amelia Blog, die jetzt auch den Goldstaub-Wettbewerb veranstaltet. Unsere Liste ist natürlich noch am Anfang, aber ich finde gut, wenn sie langsam mit unserem Blog wächst.
Der ganze Brief schlägt eine ganz schön streberhafte Richtung ein, aber was ich noch erzählen wollte – meine Arbeit als Texterin ist auch fürs Schreiben hilfreich. Man lernt, nicht zu schnell zufrieden zu sein, Sachen immer wieder zu überarbeiten und tragfähige Ideen zu entwickeln. Auch Sachen wegzuwerfen und was für große Unterschiede, zum Beispiel bei dreiteiligen Namen, jedes Wort macht. Nicht zuletzt wird der Einfallsreichtum angekurbelt. Durch den Anfahrtsweg habe ich auch wieder Zeit zum Lesen, in der U-Bahn. Achja, aber natürlich hat die Arbeit nicht nur Vorteile und anderes leidet.
Viele Grüße aus dem vorweihnachtlichen Berlin,
deine Eva
P.S. Das ist in Mostar bestimmt komisch, eine Seite ganz geschmückt und die andere gar nicht oder habe ich da falsche Vorstellungen? Du würdest ja auf die geschmückte gucken...
Dienstag, 23. November 2010
Liebe Eva
„Axolotl Roadkill“ sollte ich bald lesen… auch weil es von zeitgenössischem Theater beeinflusst ist, denn das ist ja momentan mein berufliches Schwerpunktgebiet. Seit über einem Jahr arbeite ich jetzt für das „Mostarski teatar mladih“ – und ich muss sagen, dass die Welt der Bühne sich für mich nur langsam und partiell öffnet. Das Ergebnis, die Aufführung, am liebsten in einem kleineren alternativen Rahmen, konnte mich schon immer sehr berühren, doch Theater ist ja noch viel mehr. Meine scharfsinnigen bisherigen Konklusionen: Wer Theater macht oder als Schauspieler arbeitet, begibt sich in ein ungewöhnliches soziales Gefüge. Er oder sie arbeitet in Bezug auf Gesellschaft, es gibt keine andere der Literatur nahestehende Kunst, die so sehr auf Interaktion und Kommunikation baut. Und Theaterleute wirken nicht nur stets darauf hin, ihre Arbeit öffentlich zu präsentieren, sie kleben auch intern zusammen, sind stark aufeinander bezogen, im Guten wie im Schlechten. Theater erscheint mir manchmal als Gegenteil von Lyrik, Lyrik im Vergleich wie ein Rückzugsgebiet aus dem Geflecht menschlicher Beziehungen. Ich rede jetzt nicht davon, dass Lyrik inhaltlich abgehoben sein muss, sondern von den möglichen Praktiken des Gedichte-Schreibens und -Vortragens. Ich weiß, es muss nicht so sein, aber nicht jede Lyrikerin ist Patti Smith und das ist auch OK. Für mich persönlich wird Lyrik immer Ausgangspunkt bleiben, auch wenn es gut ist, weiter zu gehen.
Mädchen wie Helene Hegemann lösen übrigens Neidgefühle in mir aus, leider. Klar haben die auch ihr hartes Brot zu kauen, aber es ist doch ungerecht, dass da jemand einfach so in ein anregendes, gesellschaftlich relevantes Milieu hineinwächst; dass da ein jugendliches Fragen und Nachdenken unmittelbar auf interessante Antworten, auf adäquate Gesprächspartner stößt. Oder was meinst du?
Über Existenzbedingungen als Autor/in habe ich in Prischtina mit niemandem geredet… aber natürlich klingen gewisse Sorgen oder Probleme immer wieder an. Gerade so nach dem Studium, mit Mitte, Ende 20 ist kaum jemand sorgenfrei. Wir sind jetzt erstmal fein raus, aber bei mir ist definitiv schon die Phase eingetreten, in der ich mich um einen guten Anschluss sorge, auch wenn mein Stipendium noch bis nächsten Sommer geht. Schöner wäre es, nicht schon so weit denken zu müssen und einfach die Gegenwart bestmöglichst zu gestalten.
Sogut es geht im Dauerregen, der vor einigen Tagen eingesetzt hat. Es ist sogar ein Dauergewitter. Und das ist hier völlig normal. In Deutschland habe ich so etwas noch nie erlebt. Es gewittert in der Nacht und braut sich direkt über der Stadt zusammen, dann entfernt es sich etwas, donnert von Ferne, ab und zu ein Blitz, so geht das den ganzen Tag. In der Nacht wieder Unwetter usw. Ich ziehe jetzt erstmal um. Zum dritten Mal seit ich in Mostar bin. Ist übrigens angenehm ohne Möbel und mit leichtem Gepäck. Und ich werde direkt an der Neretva wohnen, was so ungefähr das Schönste ist, was man sich vorstellen kann… Du musst wissen: „Mädchen wie ich“ lösen hier schnell Neidgefühle aus – zu Recht. Die Wohnung, die weniger als halb soviel kostet wie alles Vergleichbare in Berlin, ist für die wenigsten Leute hier erschwinglich. Mit dem paycheck aus dem Westen ist das Leben ein Spielplatz. Wenn auch nicht in jeder Hinsicht. Wenn auch nicht immer.
Gewittrige Grüße
Sibylla
Mädchen wie Helene Hegemann lösen übrigens Neidgefühle in mir aus, leider. Klar haben die auch ihr hartes Brot zu kauen, aber es ist doch ungerecht, dass da jemand einfach so in ein anregendes, gesellschaftlich relevantes Milieu hineinwächst; dass da ein jugendliches Fragen und Nachdenken unmittelbar auf interessante Antworten, auf adäquate Gesprächspartner stößt. Oder was meinst du?
Über Existenzbedingungen als Autor/in habe ich in Prischtina mit niemandem geredet… aber natürlich klingen gewisse Sorgen oder Probleme immer wieder an. Gerade so nach dem Studium, mit Mitte, Ende 20 ist kaum jemand sorgenfrei. Wir sind jetzt erstmal fein raus, aber bei mir ist definitiv schon die Phase eingetreten, in der ich mich um einen guten Anschluss sorge, auch wenn mein Stipendium noch bis nächsten Sommer geht. Schöner wäre es, nicht schon so weit denken zu müssen und einfach die Gegenwart bestmöglichst zu gestalten.
Sogut es geht im Dauerregen, der vor einigen Tagen eingesetzt hat. Es ist sogar ein Dauergewitter. Und das ist hier völlig normal. In Deutschland habe ich so etwas noch nie erlebt. Es gewittert in der Nacht und braut sich direkt über der Stadt zusammen, dann entfernt es sich etwas, donnert von Ferne, ab und zu ein Blitz, so geht das den ganzen Tag. In der Nacht wieder Unwetter usw. Ich ziehe jetzt erstmal um. Zum dritten Mal seit ich in Mostar bin. Ist übrigens angenehm ohne Möbel und mit leichtem Gepäck. Und ich werde direkt an der Neretva wohnen, was so ungefähr das Schönste ist, was man sich vorstellen kann… Du musst wissen: „Mädchen wie ich“ lösen hier schnell Neidgefühle aus – zu Recht. Die Wohnung, die weniger als halb soviel kostet wie alles Vergleichbare in Berlin, ist für die wenigsten Leute hier erschwinglich. Mit dem paycheck aus dem Westen ist das Leben ein Spielplatz. Wenn auch nicht in jeder Hinsicht. Wenn auch nicht immer.
Gewittrige Grüße
Sibylla
Mittwoch, 17. November 2010
geknickt an mauern
geknickt an mauern zwischen 3
und 5 im milchmondschein sind
alle fahrräder gestorben in die
stille fällt noch schnee ein taxi
trägt die letzen lieder aus doch
damit ist nicht er gemeint und eine
morsche kiste liegt gekippt drin
warten 7 wilde mandarinen denn
der tag wird kommen und zwar
gewiss dicht zieht er die fremde
hand in seine achselhöhle unterm
pflaster tastet er mit violettem
zeh nach glut und schürft zurück
auf bleicher spur im eigenwanken
gang er ist recht nachdenklich
schwarzen katzen soll man folgen
im treppenhaus noch in der früh
trinkt er vor frost ein mädchen leer
von Luise Boege
Luise Boege *1985 in Würzburg, Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig 2004 bis 2009, lebt und arbeitet seit 2009 in Berlin. 2005 Preis des Hörspielsommers Leipzig, 2006 Preisträgerin des open mikes.
und 5 im milchmondschein sind
alle fahrräder gestorben in die
stille fällt noch schnee ein taxi
trägt die letzen lieder aus doch
damit ist nicht er gemeint und eine
morsche kiste liegt gekippt drin
warten 7 wilde mandarinen denn
der tag wird kommen und zwar
gewiss dicht zieht er die fremde
hand in seine achselhöhle unterm
pflaster tastet er mit violettem
zeh nach glut und schürft zurück
auf bleicher spur im eigenwanken
gang er ist recht nachdenklich
schwarzen katzen soll man folgen
im treppenhaus noch in der früh
trinkt er vor frost ein mädchen leer
von Luise Boege
Luise Boege *1985 in Würzburg, Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig 2004 bis 2009, lebt und arbeitet seit 2009 in Berlin. 2005 Preis des Hörspielsommers Leipzig, 2006 Preisträgerin des open mikes.
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